Drachenzeit (1)

Drachenzeit

 

Seit  Äonen flog ich durch das kosmische Geschehen.

Bevor es den ersten Klang gab.

Bevor es Bewusstsein gab.

Bevor es Liebe und Hass gab.

Es gab keinen Namen für uns.

Wir waren - die große Leere.

Wir schliefen und träumten.

Dann sprach eine leise Stimme - und ich hörte.

Sie sang ein leises Lied - und ich spürte.

Die erste Träne entstand - und ich liebte.

Eine zarte Hand berührte mich - und ich fühlte.

 

In mir fühlte ich das Schlagen eines  Rhythmus den ich nicht kannte und ich weinte Ozeane aus Wasser. Versank in ein Meer aus Zufriedenheit und Glück.

 

Der Od hatte mich erreicht und ich war das Od.

 

Ein Funken entsprang aus der Mitte - und da war ich Gestalt. Aus der Gestalt sah ich ihre Augen, tief und innig; und ich vergaß mich wieder in einer anderen Art.

 

Dann ging sie wieder und ich wanderte ihrer Spur hinterher, leise und bedacht. Milliarden von Jahren war ich unterwegs, sah die Gestalten kommen und gehen, jeder auf der  gleiche Suche nach dem Gesang von allem.

 

Ich war nicht mehr allein und ich spürte Glück und Sehnsucht.

 

Dinge formten sich, Orte wurden geboren. Träume entstanden aus dem Od und wurden wahr.

 

Am Himmel entstand Feuer und wir sahen uns an, viele Gestalten aus vielen Ländern aus anderen Horizonten und Ebenen und wir flogen im ewigen Kreis. Wanderte von Land zu Land um wieder zurück zu kehren um uns zu besingen.

 

So verschieden wir waren, doch so nah waren wir uns.

 

Dann traf ich ihn den dunklen Mann mit feurigen Augen, aus schwarzer Flamme geboren . Aus den Lenden des ersten Mannes gezeugt und gereift in der Höhle der Mutter, um auszuziehen und  aus seinem goldenen Mund zu singen. Mut, Kraft und Fleiß war sein Gesang. Seine Zunge die Berge, seine Kehle das Sprachrohr von vielen.

Der Mondgeborene

Als er sang, entsprang in mir die Freude, eine Sehnsucht in mir wurde gestillt und wir sangen über Ebbe und Flut, Frau und Mann, Liebe und Hass, Geburt und Tod.

 

Da wurde uns bewusst wir waren gleich. Er war ich und ich war er.  Der erste Klang den ich empfang, wurde zu Erinnerung.

Die zarte Hand die mich einst berührte.

Der sanfte Klang den meine Ohren empfingen.

Die erste Träne die ich weinte .

…und wir wurden eins, verbanden uns und  fühlten uns unzertrennlich.

 

Viele tausende Jahre wanderten wir und flogen zu ungeahnten Tiefen und Höhen, unsere Schatten folgten uns und verkünden unser Sein.

 

Auf diesen vielen Reisen trafen wir ähnliche, Brüder und Schwestern mit dem gleichen Ziel: ein gemeinsames Feuer zu finden. Es war herrlich in seiner Art.  Es fühlte sich richtig an. Wir waren weder Meister noch Lehrling, wir waren gleich. Viele Schatten flogen uns nach. Wir waren viele im Spiel des kosmischen Seins.

 

In unserem  kindlichen Übermut flogen wir in die tiefsten Täler und sahen einen Turm, gebaut aus Stein und Ton. Ein einsamer König saß auf einem  großen Stuhl, erblickte uns und sang ein Lied der Einsamkeit und Angst.

 

Das Lied der verschollenen Königin.

 

Wir flogen über Seen und Flüsse, über  die höchsten Berge und durch dunkle Gefilde. Das Ohr offen für den Klang der Königin. Wir  fanden sie weinend an einem Teich wo sich der Mond spiegelte.

 

Die Tränen so bitter.

 

Wir baten sie wieder in ihren Turm zu kommen und nahmen sie mit.

 

Der König war glücklich sie wieder bei sich zu haben. Aber ihre Augen waren so leer, ihr Lächeln  war wie aus Eis geformt.

Kinder wurden geboren und wuchsen auf mit unserer Drachenkraft.

Der eine wie sein Vater die anderen wie die Mutter aus Leidenschaft geboren.

Wir feierten das Leben.

 

Doch in einer dunklen Nacht als der Mond nicht erschien, waren ein junger Mann und eine junge Frau in einem seltsamen Klang. Der Klang des Neides und Habgier entfachte sich. Immer mehr sangen diesen Klang der uns nicht behagte, der uns störte im Glück.

Der König schlief immer öfters und wurde schwach und schwächer.

Die Königin immer kälter und kälter.

Der Turm wurde immer dunkler und kälter.

 

Wir zogen aus und als wir wieder kamen veränderte sich der Mondmann. Er stand mit Schild und Schwert vor mir, sein Gesicht verzerrt  vor Wut und Angst.

 

Entschlossen, für mich zu gehen.

 

Die Königin zeigte auf meine Brust und wollte mein Herz  das im gleichen Takt wie das des Mondmannes Herz schlug.

Die Kinder schrien, einige für mich, die anderen für Sie.

Ich ahnte eine Kraft der Vergebung , sah den Mondmann ins Gesicht und bat ihn um eine bestimmte Tat. 

Er erstarrte und seine  Augen wurden schwarz wie die Nacht.

Die Zeit erstarrte  als er sein Schwert hob….

 

 

Auch er wissend, dass es nur diese Tat gab und er versprach mich zu finden wenn das große Feuer entfacht wird. Egal wie lange oder  wie weit, viele Leben hindurch bis zu dieser bestimmten Zeit.

 

 

 

Ich sah meine Brüder und Schwestern in alle Richtungen fliegen in die tiefsten Schluchten zu den höchsten Wolken  und sie webten ein Schleier des Vergessens , wurden zu Bergen und zu Wasser . Nur wenige hielten das Wissen bei sich, über viele Leben hinweg. Sie schlossen ihre Augen und schliefen tief.

 

 

Sein Schwert  berührte mich  an der Brust und ich gab ihn meinen Funken in sein Herz, ganz tief an einen geheimen Ort, den nur der Funke kannte.

 

Dann war … Stille

............................................................

Graues Land

Der Staub legte sich wie ein Schleier auf die Trümmer des Turmes.

Wie Schnee bedeckte er das Land..

Die, die da am nächsten waren, wurden grau.

Schauten sich an und erkannten sich nicht mehr.

Trotz allem gingen sie ihrem Tagewerk weiter nach, aus einem inneren Zwang heraus.

Es war nicht mehr, so wie es einst war.

Eine kleine Ahnung lebte noch in ihnen.

Nicht greifbar …

Ihre Laute wurde steiniger, trauriger und ihre Hände schmerzten von der Arbeit die einst aufrichtig war.

Mütter und Väter schauten sich an und verstanden sich nicht mehr.

Kinder schauten ihre Eltern an, bittend ihren Blick  zu erwidern, doch schauten die Eltern ins Leere.

Ein Funken war erlöscht im Herzen.

Großvater und Großmutters Geschichten versanken in einem  tiefen Morast aus Schlick und Dreck.

Andere Wesen in Menschengestalt sahen die Kinder, sahen den schwachen Vater und sahen die vergessene Mutter.

Nachts, wenn die Eltern schliefen, flüsterten die Grauen Geschichten in die Ohren der schlafenden  Kinder.

Bevor die Sonne erschien, waren sie verschwunden.

Doch jede Nacht kamen sie wieder und flüstern ihre Träume in die Kinder.

Denn der Platz vor der Tür des Heimes, wo einst der Vater wachte während die  Mutter das Feuer hütete, war leer und vergessen.

So wuchsen Kinder mit fremden Träume und Gesang auf, verrichteten ihre Arbeit,  die einst  aufrichtig war, mit leeren Herzen und schmerzenden Händen.

Nur wenige spürten eine Tapferkeit in sich, die sie verschwiegen.

Nicht wissend woher und warum sie es spürten. Es war ihr Geheimnis.

Irgendwie.

Doch je mehr sie erwachsen wurden verging auch das Geheimnis; sie lebten und sie starben.

Aber doch irgendwie war diese Tapferkeit als Schatten da. Nicht viel, aber doch so wichtig.

 

Dieser Schatten der Tapferkeit wanderten wie Ebbe und Flut durch die vielen Generationen  des Aufstieg und Abstieg der Menschen, durch die Zeit und den Raum.

 

Die Grauen wanderten durch die Ebenen, auf Suche nach offenen Kinderohren.

Sie wurden stark und stärker, nährten sich von den Träumen der Kinder und redeten immer dringlicher.

Mit den Farben der Kinderträume schmückten sie schöne Gewänder, strahlend bunt und hoben den Finger gen Himmel, mahnend und warnend.

Eltern sprachen aus ihren tauben Zungen ihre Weisheiten nach und gaben sich und ihr Land denen hin.

 

Doch die Knospe der Tapferkeit wuchs klein und unscheinbar an jeden Baum der Kinderherzen.

 

So verging einige Zeit …

 

 

 Vergessen im Akt der Zeiten

... der Mondmann liegt darnieder in den Trümmern des Turmes.

Unendliche Leere erfüllte ihn. In der Hand das Schwert kraftlos…mutlos.

Seine Augen brennen.

Seine Kehle so  trocken, dass kein Wasser der Welt sie erfrischen kann.

Im Rauschen der Gedanken sah er noch die Königen in  ihrem eisigen Gewand über ihn knieen.

Die Augen aus Eis geformt sprach sie zu ihm:

"Sieh da, du Narr, warum nahmst du das was ich wollte?

Ich, die jenige die am Teich war und den Mond beweinte, im Schmerz aus dem Mutterschoß.

Gierig bin ich, das geb ich zu. Mein Recht zu nehmen ist das was mein karges Herz mir befiehlt.

Das Feuer zu erlöschen mir aufgetragen wurde.

Soll mir das Drachenherz nicht gewillt, so soll dir es nicht dienlich sein.

So nehm ich dein Schwert an mich ."

Doch sie konnte es nicht von ihm lösen, egal wie stark sie es nahm und daran riss, in ewigen Neid und Missgunst.

Es blieb in seiner Hand, verbunden durch das Drachenblut.

Sie spuckte und fauchte vor Wut.

Sie schrie viele Monde lang:

"Bleiben werd ich bei dir bis du es mir gibst, Mondmann!"

So vergingen viele Jahre im Dämmerschlaf des Mondmannes. Durch das Brennen der Augen erkannte er wie die Königen alt wurde und grauer und grauer wurde.

Ihr Blick immer dar auf das Schwert gerichtet.

Dass seinen Glanz nicht verlor.

Eines Tages war sie nicht mehr da.

Da wo sie gessenen hatte  war Asche um einen Baum.

In der Asche stand ihre Wut  ein Versprechen an ihn geschrieben .

Der Mondmann atmete tief ein, richtet sich auf und schleuderte sein Schwert durch Raum und Zeit, über die Ozeane in den Kosmos, tief, tief weit weg.

Und er gab ein Versprechen an sich, sich zu erinnern wenn das Feuer brennt.

So seufzte er und brach zusammen in einen tiefen traumlosen Schlaf.

 

Und es war wieder Stille…..

…Stille

Eine Gnade kann die Stille sein .

Der Mondmann wurde zu Stein und Felsen.

Sein Land so karg wie er geworden war.

Die Geschichten vergessen.

Wanderer gingen durch das Land. An dem großen Felsen wo er einst lag, nahmen sie Rast.

Erzählten ihre Geschichten von der Wanderschaft, lachten und sangen ihr eigenes Sein und gingen weiter auf ihren Wegen.

Wege entstanden, Flüsse versiegten und neue Quellen brachen auf.

Doch irgendwie trafen sich die Wanderer an jenem Felsen und erzählten ihre Geschichten.

Es war ein besonderer Ort für Menschen, die die kleine  Tapferkeit in sich trugen.

Einige mehr oder weniger wissend, dass sie dieses Kleinod in sich tragen.

Wie Ebbe und Flut kamen sie. Mal weniger, mal mehr.

Der Felsen änderte sich mit der Zeit.

Das Wasser, das Runter fiel nagte an ihm,

von außen nach innen heraus.

Viele Generationen über,

ganz sanft und stetig.

Das Wasser wusch ihn hohl.

Die Sterne änderten ihren Weg im stetigen Fluss und ihr Licht fiel hinab auf den Felsen und gaben ihm ihre Geschichten….

 

..in der Stille der Nacht.

 

Alte Weise

 

Da am Fluss entlang ging sie , knorrig und alt.

Mit Topf und Axt ging sie an dem Fluss entlang.

Nicht jeder versteht sie und traut sich ihr zu.

Sie kichert mit dem Fluss und den Bäumen.

Berührt hier und da ein Pflänzchen  oder Tierchen.

Erzählt ihre Geschichten,  lacht und geht weiter.

Unermüdlich, doch so alt.

Viel sah sie im Leben, in diesem Sein.

Krieg und Liebe . Geburt und Tot.

Sie hatte nicht viel im Gewand.

Im Herzen war sie reich an Wissen.

Denn sie hütet dieses etwas, dieses Gefühl wenn man geboren wird und es dir geschenkt wird.

Die kleine Tapferkeit  am Baum der Kinder.

Erzählen tut sie es niemanden,

das ist ihr ureigenes Geheimnis.

Erwachsen werden wollte sie nimmer und nie.

Bastelte Masken und versteckte sich dahinter.

Ihre Maske aus Kichern und Lachen.

Drum gaben sie es schnell auf sie zu läutern und vergessen.

Sie winkten schnell ab und ließen sie ziehen. die alte Irre.

Tat ja nichts, außer Kichern und lachen!

Doch draußen Im Wald …

Still bei den Tieren saß Sie und sang in sich ihr wunderbares Geheimnis.

Tag und Nacht saß sie nur da und lauschte dem Lied in sich und die Tiere hörten ihr zu.

Der Himmel lauschte mit so wie Stein und Erde zugleich.

Die Sonne erfreute sich am Tage über ihr stilles Lied.

 

Die Vögel zogen ihre Kreise in der Schwingung des alten Geheimnisses,                                                           

 

gehütet von vielen der Altvorderen,

aus  einer bestimmten Zeit.

Viele Vergaßen.

Aber einige behielten diesen Funken in sich, irgendwie.

 

Eines Tages saß sie am großen Felsen.

Schaute und lachte.

"Sieh da sieh da, brummeln tut der Fels

Ein tiefer dunkler Klang der mir behagte "kicherte sie..

"Alt ist der Fels , besungen von vielen in ihrer Wanderschaft.

So möchte  ich dir auch mein Lied schenken, dunkler Fels"

Sie schaute sich um und sah ein schmaler Riss an einer Wand.

Sie ging dahin uns sang ein altes Lied , aus Ur ur Großmutters zeit.

Aus einer Zeit bevor der große Feuerball den Himmel erhellte.

Als das eine große Land zerbrach in viele Teile.

Sich der Sturm über die Erde grollend danieder ließ.

Zum ersten mal sang sie dieses Lied laut über ihre Lippen.

Nie zuvor tat sie es obwohl doch so alt.

Sie erhob sich in ihrer Gestalt.

Der Wind nahm ihren Klang in seine wiegende Hand und strich sanft über den Felsen.

Die Vögel erhoben sich .

Die Tiere liefen und tanzten.

Die Erde schlug kurz im Takt der alten Zeit.

Wasser ergoss sich aus dem Riss und nahm Stein und Schlamm mit.

Das Wasser ergoss sich in das Tal und füllte die alten Schluchten.

Die Weiße Alte öffnete ihr Herz und es entsprang ein großer Regenbogen in allerlei Farben  aus ihrer Brust.

 

Der gleißende Regenbogen erreichte die Sonne in nie geahnter Kraft,zündete für kurzen Augenblick den Himmel Blutrot.

Sie stand stark in dem Wirbel der Elemente.

Die Erde ihr Anker

Der Himmel das Segel

Die Sonne ihr Kompass

Ihre Stimme der Donner

Ihr Glaube der Mond

Ihr Geist der Blitz

 

Das Wasser spülte den Schlick und Moder aus alten Zeiten aus dem Felsen heraus, ergoss sich um die Füße der alten Weißen und rann mit dem Quellwasser in die Erde hinab damit das Alte die neuen Früchte nähren konnte.

Die Arie ging leiser werden zu Ende, es schwingt Stille.

Sie schaute auf den Fels und er war hohl und Dunkel.

 

Sie schaute tiefer hinein und …

Sie kicherte leise,

 

"schau, wer da ist! ", flüstert sie und sie sah in 2 dunkle Augen .

 

Der Königin ihr Weg

Wut und Zorn erfüllte die Königin als sie  am Baum saß.

Sie starrte ihn an, den dunklen Mann, unfähig ihm das Schwert zu entreißen.

Er lag mit geschlossen Augen da , unfähig sich zu bewegen. Aber irgendwie sammelt er sich für ein bestimmten Akt ….was es nur sein könnte?

Verstand sie nicht . Ihr Körper war erfüllt mit einer  Kraft, die sie selbst peinigt und ihre Augen waren wie eis, ihr Haar war grau, ihr Haut wurde faltig.

Warum hasste sieihn so, obwohl er sie heim brachte ?

Geschichten sang vom gehen und kommen.

Sie sah auch den Turm zertrümmert und da nieder liegen.

Sah ihre Töchter und Söhne in alle Richtungen verschwinden.

Lange saß sie da.

In einer Wolkenverhangen Nacht schaute sie nach oben.

Der Wind trieb die Wolken Westwärts , im fahlen dunkelblau formten sich die Wolken zu Geschichten.

Wie Wellen trieben sie dahin, sahen den König und sahen dinge die sie an was erinnerte.

Doch da, in einem kurzen Augenblick, öffnete sich die Wolkendecke und sie saß in einem Kegel aus Mondlicht. Sie schaute ihm direkt ins Gesicht, dem alte Mond, wie fleißig er seine Bahnen zog , stetig immer wieder .

Da schmerzte ihr Herz wie noch nie.

Das Herz was sie lange vergessen hatte.

Eine Sehnsucht brannte scharf und tief .

Sie stand auf und ging, gezogen von einer Kraft.

Jeder Schritt auf der Wiese ließ das Gras und Blumen erfrieren, bis sie zu Eis staub zerfiel, und den Boden glitzernd dar liegen ließen.

Sie ging und ging, westwärts durch Berg und Tal.

Ihre Wut gab ihr ungeahnte Kräfte.

Immer weiter, immer fort.

Sie ging in ein dunklen Wald hindurch bis zur Mitte.

 

An der Lichtung stand sie und schaute auf die Mitte und da lag der alte  Teich.

Die Bäume erschauerten als sie die Lichtung betratt. Eisiger Wind fuhr auf.

Die Blätter raschelten laut.

Wie in einem alt vergessenen Akt bewegte sie sich tanzend im Kreis um den alten Teich.

Sie kam näher und näher.

Je näher sie kam umso wilder wurde ihr Tanz.

Schnee tobte um ihre Gestalt.

Wind wehte durch ihr Haar

Als ihr Tanz verebbte stand sie am Teich und erstarrte als sie hinab sah...

 

….Der Teich war ohne Wasser, vertrocknet bis zum Grund.

Und sie spürte eine Stille in sich.

Die Zeit stand still, doch was Dunkles war in der Luft.

Sie ahnte was geschehen wird und da hörte sie eine Dunkle Stimme die von überall dröhnte.

Die Luft erbebte, der Boden Schwang in Wellen des mächtigen Klanges .

Die Bäume wiegten sich …

„Sieh hinab, Königin, tief in den Teich „

Und sie sah hinab und erkannte

„Ich gab ihm mein Herz"  dröhnte die Stimme

Sie sah ganz unten tief im Teich eine rote Feuerkugel  auftauchen.

Die schon lang gehütet vom alten Teich aus feuchter Zeit.

„Ich gab es ihm um dich zu erinnern.

Dein mächtiges Tun, deswegen es dein sein wird.

Güte ist das, was dich bewegte, in einer wilden Mondnacht, als du dich vermähltest mit dem Mond .

Ein Kind war geboren in jener Nacht.

Ein Sohn von dir trugst du,

doch fleißig wie er ist, der gute Mond, ging er und ging  in die kosmischen Ordnung .

Sein Sein, so wie er ist.

Niemand kann es verhindern,  sein Tun, weder Frau noch Mann."

 

 

Die Stimme verebbte, die Stille war dar.

 

Sie kniete sich hin, im heiligen Wissen.

Beugte sich dem Grund so nah

Ihr Gesicht, rot erhellt von Feuerball am Grund.

Wissend was ihr sein wird und begann ihr Tun

Tränen wie Schnee  fielen  von ihren Augen hinab zum lodernden Feuer .

Berührten Vaters Feuersamen. Feuer und Eis verbanden sich im tosenden Inferno.

Es zischte und brodelte lang, der Wald im Nebel gehüllt.

Drei Generationen lang.

 

Der Teich füllte sich aus dem Inferno aus Feuer Wasser und Dampf.

Der Nebel lichtete sich.

Stille war.

Die Königin sah hinab zum Teich.

Die Augen versiegt.

Der Blick klar.

Sie sah sich nicht Im Teich aus Feuerwasser.

Sie sah den Mond im roten Gewand

Da wurde ihr bewusst: sie war nicht mehr da, sondern dort wo das Feuer brannte.

Ihr Wille aus Zorn, im Feuer der Liebe vereint, lies sie erkennen.

So das sie emporstieg, im Mondlicht getragen aus der Leichtigkeit ihres Funkens . Der Funken der Tapferkeit .

Der Mond nahm sie in Empfang und nahm sie mit auf seim Weg.

Hielt sie in wiegender Hand.

Sie sah hinab, tief dort wo sie herkam.

 

 

 

Dort sah sie viele Felsen die sich öffneten .

 

Viele Söhne und Töchtern geboren aus Stein, Wasse,r Feuer und Luft.

Jeder mit Großvaters Mut und Großmutters Weisheit  neben sich, bewusst; und ihre Füße verankert  in Mutters Acker und ihr Geist offen zu Vater.

Ihre Schwingen, in voller Drachenkraft, umhüllend das geschützte Od .

 Der Funken, womit alles begann.

Stille war als der Klang erschallte.

Od war bewusst.

Als sie sich dem Strudel des Schicksales  hingab, kicherte sie leise und wusste, dass der Weg nie endet.

Der Weg, der sich selbst folgt, um sich zu erinnern, angekommen zu sein ,um sich  selbst zu begegnen .

 

Einen Kreis zu schließen.

 

Geboren

Der Mondmann vergaß das er schlief, so tief war die Dunkelheit in die er gefallen war.

Eine Art  von Vertrauen, aus der Zeit, wo es keinen Hass und keine Liebe gab.

Kein Pulsieren der Zeit und kein Sinn für Raum.

Endlos

Äonen lang

Doch dann ein kleiner Schimmer am Seelenrand

Um sich eine pulsierende Kraft

Wie im Wasser trieb er zu diesem Schimmer

Erinnerungen von Od

Strukturen zeigten sich

Da fing er an zu fühlen.

Das Wasser um sich füllte seine Kehle

Dinge wurden frei

Er ahnte in sich das Leben

Eine Stimme so fein füllte seine Ohren

Doch sein Kopf noch so leer

Er spürte das Sein

Die Schwingungen wurden stetig stark und stärker

Dann ganz kurz  war Stille

Er spürte sein Herz

Dann kam Sturm

Da verstand er den Tod am Anfang der Geburt

Dann war Inferno und er erbrach sich selbst in das Leben.

Wasser und Feuer vereinten sich im tosenden Wellenschlag, wie Wasser das sich an der Küste sich bricht, begleitet vom Mond, dem treuen Bruder.

Raus gerissen aus dem dunklen Traum langer Zeiten

 

Wasser und Schlamm der Erinnerungen erbrach sich im Gesang der alten Not.

 

Ebbe und Flut

Er hörte einen Gesang einer alten Weisen.

Und dann sah er in ihre Augen und erkannte im Glanz das alte Zeichen.

Da erinnerte er sich an Od und er wurde zu Od

Der Od, der die alte Weise zu ihm brachte und erweckte.

Die alte knorrige Weise kicherte und lachte als er sie erblickte.

Wunder erfüllte ihn.

Er schwieg als sie sprach

Kennen tut sie ihn aber sie weiß nicht woher

Egal

Er staunte über ihre Stimme

Sie sprach vom Gesang der alten Zeit das sie so lange gehütet, ihr bewusst, dass sie es nicht nur in diesen Leben war

Sie weinte als sie ihn Besang, in ihrer tugendhaften Tapferkeit.

Leise wie ein Schmetterlingflügelschlag der in der Ferne sich zum Donner erhob.

Ihre Augen blitzen als sich ihr Gesang erhob

Die Wolken zogen sich über das herrliche Blau des Himmels

Er spürte die dunkelste Zeit  der Nacht, wenn keine Sterne funkeln, der kurze Augenblick  bevor die Sonne sich erhebt, immer wieder, immer da.

Er spürte die Erde unter sich mit seinen vielen Bewohner leben.

Er nahm eine Handvoll davon und ihm wurde bewusst, dass mehr Leben darin lebte, als  Menschen auf der Erde wandelten.

Schicksal zeigte sich ihm.

 

Sie sang und sang.

Sie tanzte wie noch nie in ihren Leben im Kreis, immer näher an den Mondmann.

3 Tage und 3 Nächte lang tanzte sie.

Der dunkle Man neigte seinen Kopf als sie ihren Kopf auf seine Brust legte.

Er fühlte Liebe.

 

Da zerfiel sie mit ein Lächeln in ihrem Gesicht  zu Staub und der Wind trug sie fort.

 

Weit in die Welt.

Ihre Stille war da .

 

Der dunkle Mann schaute auf seine Hände als der Staub durch seine Finger floss und von den Wind getragen wurde.

Schaute in sich und sah den roten Feuerball.

Pulsierend und wild.

Seine Augen blitzen als er sich erhob. Er ging aus der Höhle.

Auf den Felsen nahm er das dunkle Gewand ab.

Ein gellender Schrei fuhr herauf.

Donner in seiner Stimme ging über das Land.

Seine Kehle goldend.        

Die Erde bebte in neuem Takt.

Frische blühte auf.

 

Die Menschen merkten was, eine Freude die lange verschanzt war in ihnen.

Hörte den Donnerklang und wie ein kleiner Blitz zeigte sich die vergessene Tapferkeit in jedem der sie trug.

Viele kleine Funken zogen durch das Land, von den Vergessenen und Lebenden.

Wirbelten durch Wälder über Acker und Land.

Ein großes Feuer entfachte sich bis zum Himmel.

 

Die Grauen erstarrten und ihre gestohlenen Kinderträume flossen aus ihren Augen und wuschen ihre Gesichter.

Kinder gingen zu ihnen und liesen Trost da bei dem Grauen.

 

Der Mondmann stand auf dem Felsen und sah weit in dem Land viele andere Felsen aufbrechen um alte Dinge zu zeigen.

 

Brüder und Schwester im Drachengesang.

 

Als er den Mond erblickte erhob er seine Schwingen und flog in Getöse hinauf. Seine Brust, erfüllt mit der roten  Feuerkraft, seine goldene Kehle in Gesang befreit, flog er über das Firmament des Himmels.

 

Auf seiner Stirn das Zeichen des Od

 

Vereint mit seinem alten Freund in sich und um sich.

Sie waren immer schon eins und waren nie getrennt.

Sein Gesang dort oben nahm den Schleier des Vergessens mit sich zum Mond.

 

Und viele wurden sich bewusst.

 

Ho Drago Ho

Fliegt ihr Drachen im kosmischen Kreislauf

Das Spiel von Leben und Tod

Immer wieder

Immer da

Ho den Altvorderen

Ho den Nachunskommenden

Ho den Jetzigen

 

Wir sind der Kreis 

 

 

 

 

Dies schrieb ich in den rauhen Zeit in den langen dunklen Nächten , verbunden mit den Ahnen .

 

Einige Tränen gab ich dafür.

 

Meine Geschichte, um dich zu erinnern

an die kleine Tapferkeit die du trägst

die jeder in sich trägt

 

Ich schrieb sie nur für dich 

lass uns den Kreis schliessen mit gemeinsamer Funkenkraft.

 

Auch wenn man denkt allein zu sein ,

so ist es nicht.

 

denn es ist immer einer bei dir, dich tröstet und mit dir weint und lacht.

 

Asa og Vana 

 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0